Quo Vadis Informationsgesellschaft?

In den letzten Wochen ist im Internet ein Thema vorherrschend: Die Telekom plant die Internetflatrate quasi abzuschaffen und durch Volumentarife zu ersetzen. Der hauseigene Service Entertain wird nicht angerechnet, jedoch damit nicht genug. Im April wurde bereits bekannt, dass die Telekom plant mit Unternehmen Verträge zu schließen um auch nicht an das Volumen angerechnet zu werden.

Laut dslweb.de (Bericht 4. Quartal 2012) hat die Telekom einen Marktanteil von ca. 45 %. Damit hat sie eine gewisse Vormachtstellung und macht sich selbst zum “Gatekeeper”. Sie entscheidet durch die Verträge wer zum User durchdringt und wer nicht. Für mich ist das ein klarer Fall von Wettbewerbsverzerrung.

Auf der Online-Plattform des deutschen Bundestags läuft derzeit eine Petition in der es um die Netzneutralität geht. Innerhalb von weniger als vier Tagen hat diese Petition das nötige Quorum erreicht. Ist das nicht ein Zeichen dafür, dass das Internet ein zentrales Element unserer Gesellschaft geworden ist?

Die Frage die sich mir immer wieder in den Kopf drängt ist folgende: Darf ein Unternehmen in die Entwicklung unserer Gesellschaft eingreifen? Wenn das Internet ein zentrales und verbindendes Element unserer Gesellschaft geworden ist, dann würden diese Grenzen die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft massiv stören.

Ein weiterer Aspekt ist die Wirtschaft: Viele User kaufen über das Internet ein. Das Einkaufsverhalten würde sich auch hier anpassen und evtl. einige Onlineshops vom Markt verschwinden lassen. Nicht nur der Online-Einzelhandel ist betroffen. Nehmen wir ein Beispiel: Ein Versicherungsmakler erledigt sein Geschäft zu 70 – 80 % über das Internet. Auch die Versicherungsbestätigungen für Autos bekommt man nur noch online. Soll er zwei Anschlüsse bereithalten um das tägliche Geschäft sicherzustellen und einen anderen um beispielsweise Updates herunterzuladen? Wie sieht es mit den anderen Branchen aus? Insbesondere mit der Internet-Branche? Sie würde eine ganze Branche praktisch auf „Eis legen“.

Möchte die Telekom vielleicht nur neue Einkommensquellen generieren? Sowohl Endkunde als auch Unternehmer? Diese Vorgehensweise erwarte ich von anderen Branchen, die derzeit vor großen Veränderungen stehen, aber nicht von einem Telekommunikationsanbieter. Diese Branche profitiert am meisten davon, dass das tägliche Geschäft online erledigt wird.

Die Telekom muss auch ihren Call & Surf Comfort umstrukturieren. Denn ich, als Kunde bin nicht bereit für 40 € einen Anschluss zu buchen, der nur 20 oder 30 GB bietet.

Es gibt drei Szenarien mit denen diese Debatte enden wird:

1. Die Telekom setzt sich durch und 2016 wird die Drosselung eingeführt. Sie verliert massiv Kunden und muss die Pläne später wieder zurück nehmen.
2. Alle anderen Anbieter folgen dem Beispiel und führen ebenso Volumentarife ein und hemmen somit die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft.
3. Sie gibt dem gesellschaftlichen Druck nach und setzt ihre Pläne nicht um.

Ich bin mehr als gespannt, welches Szenario, Realität wird.

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