AfD – einfach radikal oder radikal anders?

Ich habe mich letzte Woche mit einem Vertreter der AfD „unterhalten“.

Zu Beginn habe ich von ihm das übliche Wahlkampfgebrüll gehört. Deutschland bräuchte die AfD. Das Wahlprogramm der AfD würde all das bieten, was Deutschland bräuchte. Solche Phrasen habe ich viel zu oft von Wahlkämpfern gehört. Daraufhin habe ich das Hauptthema der AfD angesprochen, die Euro-Frage und er reagierte mit der Kosten-Frage. Da war er bei mir an der richtigen Adresse. 🙂 Wie bereits früher erwähnt, sind die Kosten nicht so enorm – wie sie sich mancher „wünscht“. Er schlug vor, dass wir nach elf Jahren wieder eine Währungsreform durchführen. Um es freundlich zu formulieren: Das geht vielleicht im Märchenland. Bei den paranoiden und herdengesteuerten Anlegern, die derzeit auf dem Markt agieren, würde dies nur zwei Dinge provozieren: Eine Schockwelle im Markt, die die Pleite von Lehman Brothers aussehen lässt wie eine Sommergrippe und zum anderen einen Banken-Run.

Sein nächster Vorwurf: Wir finanzieren unsere eigenen Exporte. Also das ist ein Vorwurf, den ich so noch nie gehört habe. Also habe ich auf statista.de recherchiert und eine Statistik zu den Exporten gefunden. Hier der entsprechende Link. Es kommt kein Griechenland und auch kein Spanien darin vor. Der einzige so genannte „Schuldenstaat“, der aufgeführt ist, ist Italien. Die Top 6 der Ausfuhren sind folgende Länder: Frankreich, Vereinigte Staaten, Großbritannien, Niederlande, Italien und China. Also wenn nur ein Land aufgeführt ist, das Probleme hat, kann man, glaube ich, nicht von Eigenfinanzierung sprechen.

So auf zum letzten Punkt: Energiepolitik. Der AfD’ler will, dass die Energiewende geordnet vollzogen wird. Okay, prinzipiell nichts dagegen, aber bei dieser Politik, die die AfD vorschlägt, glaube ich nicht daran, dass jemals die Energieversorgung auf nachhaltige Energie umgestellt wird. Das können wir uns aber nicht erlauben. Braunkohle und andere Rohstoffe, die bisher verwendet wurden, gehen zur Neige und wenn wir nicht auf regenerative Energieformen setzen, dann sind wir irgendwann komplett abhängig von anderen Staaten und ich glaube nicht, dass das jemand möchte. Besonders wenn man bedenkt, dass wir dann vielleicht von den Staaten abhängig sind, die wir vorher durch unser Finanzdiktat an den Rand des Kollaps geführt haben. Das wäre dann pure Ironie der Geschichte.

Mein Fazit: Die AfD ist für mich eine radikale Partei die mit polemischen Mitteln arbeitet, besonders unter dem Anbetracht der Aussagen des AfD-Vertreters und dem öffentlichen Auftreten dieser Partei. Sie möchte eine Politik einführen, die auf Arroganz und Starrköpfigkeit beruht und die insgesamt schädlich für Deutschland ist. Es ist eine Politik, die vielleicht vor 20 oder 30 Jahren funktioniert hätte, aber in einer globalisierten Welt nicht mehr funktionieren kann.

Irgendwie bin ich schon ein wenig stolz darauf, dass er am Ende die „Diskussion“ aufgegeben hat. Zumindest schwieg er dann.

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Ein Gedanke zu „AfD – einfach radikal oder radikal anders?

  1. „Sein nächster Vorwurf: Wir finanzieren unsere eigenen Exporte. Also das ist ein Vorwurf, den ich so noch nie gehört habe. Also habe ich auf statista.de recherchiert und eine Statistik zu den Exporten gefunden. Hier der entsprechende Link. Es kommt kein Griechenland und auch kein Spanien darin vor. Der einzige so genannte “Schuldenstaat”, der aufgeführt ist, ist Italien…. “

    ich verstehe den zusammenhang zu der suche nach den „schuldenstaaten“ nicht. den umfang der exorbitanten exportfinanzierung kann man doch sehr leicht (u.a.) an den target2-salden ablesen … die müssten im mittel bei null stehen.

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