„Schöpferische Kraft der Zerstörung“

Vor einem Jahr fürchteten die Mitarbeiter der FTD über Ihre Zukunft? Ist das große Drama ausgeblieben?

Die Zerstörung

Falk Heunemann, Redakteur der Wirtschaftszeitung FTD, schreibt auf Opinion ClubWas haben wir gezittert, geweint und gejammert.“ Es war für mich als Leser, als auch für die Mitarbeiter der Wirtschaftszeitung eine traurige Zeit.

Daniel Saurenz, Redakteur im Ressort „Geldanlage“, sagte im Hintergrundgespräch: „Das Ende der ‚Financial Times Deutschland‘ sowie der Verkauf des Titels ‚BÖRSE ONLINE‘ kündigten sich auf den Fluren schon im Sommer 2012 an.“

Worin lagen die Fehler?

Heunemann selbst geht davon aus, dass der Verlag Gruner+Jahr mit an dem Scheitern schuld sei. Andere meinen, dass es an einem tragfähigen Geschäftsmodell fehlte.

Vor einem Jahr hat unser Professor in der Vorlesung „Journalistisches Arbeiten“ auch darüber gesprochen woran die FTD gescheitert sei. Ein Grund der dabei identifiziert wurde, waren die sogenannten „weichen Verkäufe“ bei denen kein Umsatz generiert werden kann.

Die neue Schöpfung

Herbert Fromme nutzte sein Fachwissen, um sein eigenes Journal „Versicherungsmonitor“ voranzutreiben. Er verkauft es erfolgreich an Wirtschaftsentscheider und kooperiert heute mit der Süddeutschen Zeitung.

Falk Heunemann und andere ehemalige Redakteure schreiben seit Juni 2013 unter dem Titel „Opinion Club“ über Politik und andere gesellschaftliche Themen.

Horst von Buttlar übernahm die „Capital“ und konzeptionierte mit ehemaligen Mitarbeitern das Blatt neu. Ich selbst gehöre seit Mai zu den Stammlesern, da ich zum Beispiel den fiktiven Diskurs zwischen Hayek und Keynes sehr schätze.

Der Chefökonom Thomas Fricke veröffentlichte das Buch „Wie viel Bank braucht der Mensch?“ – wofür er im Oktober mit dem „getAbstract Book Award“ für Wirtschaftspublizistik geehrt wurde – und schreibt zusätzlich auf seinem Blog „Neues Wirtschaftswunder“ weiterhin fundierte Analysen. Seit November diesen Jahres ist er außerdem für die „European ClimateFoundation“ in Berlin tätig.

Was ist aus den Social Media Managern der FTD geworden? Bis April 2013 betreuten Patrick Kosmala und Björn Maatz den Facebook-Kanal weiter. Maatz arbeitet jetzt als Social Media Editor bei „ZEIT ONLINE“, während Kosmala für die „BILD“ tätig ist.

Daniel Saurenz und Benjamin Feingold betreiben seit Anfang des Jahres das Portal Feingold Research. Am Anfang standen beide vor dem selben Problem was der FTD die Einstellung gebracht hat. Dazu Daniel Saurenz: „Am Anfang des Jahres 2013 sind wir mit dem Portal gestartet, die größte Herausforderung war natürlich, das Projekt finanzierbar zu machen. Auch da waren wir aber optimistisch, da wir viele Probleme der FTD zuvor im Bereich Vermarktung sahen und man als kleine Einheit schneller und direkter auf Kunden und Leser zugehen kann.“

Lehren aus dem Ende

Steffen Klusmann propagierte in einem „Abschiedsbrief“ an seine Leserschaft, die „schöpferische Kraft der Zerstörung“. Gibt es diese Kraft? Ich denke ja. Sie ist bei der Capital zu sehen, sie ist bei Herbert Fromme´s Versicherungsmonitor zu sehen und Feingold Research ist derselben Meinung: „Die kreative Zerstörung Steffen Klusmanns uns […] geholfen, [es] war ein perfekter Schritt“.

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