Der staatstragende öffentliche Rundfunk

Die Medienpolitik streitet seit einem Monat über den „Rundfunkbeitrag“. Es geht um eine Kürzung um 73 ct. monatlich. Was soll das? Es ist ein Hohn gegenüber den Beitragszahlern. Mit 17,98 € haben wir das teuerste Rundfunkprogramm in Europa. Es ist Zeit sich einige Fragen zum Rundfunkprogramm zu stellen.Die Fragen, die ich mir seit längerer Zeit stelle, sind solche wie „Ist das Rundfunkprogramm attraktiv genug für die Bevölkerung?“ oder „Ist das Preis-Leistungs-Verhältnis überhaupt noch gerechtfertigt?“

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk (ÖR) hat in Deutschland Privilegien, die sich ein privater Anbieter nur erträumen kann. Hier ein Beispiel aus dem sächsischen Zulassungsverfahren: Möchte ein privater Anbieter eine Frequenz für sein Angebot nutzen, muss er bei der Landesmedienanstalt eine Anfrage stellen. Die Landesmedienanstalt muss nun prüfen, ob dies möglich ist und beim MDR anfragen, ob dieser die Frequenz für seine Arbeit benötigt. Im schlimmsten Fall kann sich der ÖR quer stellen und der private Anbieter hat Pech gehabt. Sieht so freier Wettbewerb aus?

Es werden Kapazitäten für Sender in Anspruch genommen, die sich explizit darauf ausgerichtet hat, die Generation 60+ zu versorgen. Selbst unter der Prämisse, dass unsere Gesellschaft altert, kann man sich nicht darauf berufen nur ältere Generationen mit Programminhalten zu beliefern. Formate wie „Das Traumschiff“ oder „Wetten, dass..?“ sind nur einige der im wahrsten Sinne älteren Formate, aber sie werden weiter genutzt, da sie erfolgreich waren. Bei „Wetten, dass..?“ sieht man wie ein Format künstlich am Leben erhalten wird, obwohl es schon vor langer Zeit hätte sterben sollen. Besonders deutlich sieht man das an der Diskussion um Lanz. Erst hat sich die Diskussion nur auf „Wetten, dass..?“ beschränkt, aber als er dann selbst angefangen hat, sich über Online-Journalisten aufzuregen, hat er die Häme auf sich gezogen und seitdem ist er die Sau, die durch’s Dorf gejagt wird.

Ich denke, die öffentlichen Medien müssen von ihrer übergroßen Verwaltung befreit werden und Innovationen sollten auch belohnt werden. Eine weitere Frage, die sich mir stellt: Wieso klappt es bei der BBC und nicht bei uns? An Geldern mag es sicherlich nicht mangeln. Die BBC ist berühmt für ihre Dokumentationen und für diverse Formate wie zum Beispiel „Doctor Who“ oder „Sherlock“. Dabei kassiert die BBC weniger Gebühren als unser Rundfunk. Dort sind es 177 € Jahresbeitrag also nur 81 % von dem, was bei uns kassiert wird.

Der öffentliche-rechtliche Rundfunk benötigt dringend eine Reform. Es ist schaffbar aber dazu müssen sich die Rundfunkräte bewegen und auch frische Ideen her. Jedoch unter den derzeitigen Voraussetzungen wird sich nichts bewegen.

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